Mädchen recyceln Papier in bunte Mülltonnen TGordievskaya@envatoelements
Abfall 15. Mai 2024

Wie nützt Mülltrennung dem Klimaschutz? 

Dass die sachgerechte Sammlung und Beseitigung von Abfall einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leistet, ist offensichtlich. Doch was hat eigentlich Mülltrennung mit Klimaschutz zu tun? Die eindeutige Antwort: Eine ganze Menge! Klimaschutz Kommune erklärt, warum.

Bei allem, was wir konsumieren – seien es nun Nahrungsmittel oder Gebrauchsgegenstände aller Art –, fällt irgendwann in irgendeiner Form Abfall an. Was oftmals im Umgang damit nicht klar ist: All diese Abfälle sind wertvolle Rohstoffe, die verloren gehen, wenn sie nicht ordnungsgemäß recycelt werden. Voraussetzung für das ist wiederum eine korrekte Mülltrennung. Viel zu oft landen Abfallfraktionen wie Essensreste, Verpackungen aus Papier und Kunststoff, Altglas, Kleidung oder selbst Batterien, Akkus und fälschlicherweise in der Restmülltonne. Restmüll wird jedoch nicht nachträglich sortiert und recycelt, sondern rein thermisch verwertet (verbrannt) – samt allem, was als Recyclingrohstoff hätte verwertet werden können.

Verschwendung von Rohstoffen schadet dem Klima 

Jedes Gramm an Rohstoffen, das durch mangelnde Mülltrennung verschwendet wird, muss neu gewonnen bzw. produziert werden. Diese Verschwendung hat ihren Preis, den unter anderem auch das Klima zahlt. Im geht es um die Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen. Diese entstehen aktuell noch nahezu jedes Mal, wenn in irgendeiner Form Energie verbraucht wird. Der Abbau von Primärrohstoffen und die Herstellung von Vorprodukten ist beim globalen Energieverbrauch ganz weit vorn. In manchen Bereichen wie dem Maschinenbau, der Chemieindustrie oder dem Fahrzeugbau fällt hier mit 60 bis 80 Prozent gar der Großteil der Treibhausgasemissionen des gesamten Herstellungsprozesses an. 

Drei Beispiele, wie Mülltrennung Ressourcen schont

Durch korrekte Mülltrennung wird Recycling ermöglicht, was wiederum Ressourcen schont und Treibhausgasemissionen verringert. Wie genau, das verdeutlichen folgende drei Beispiele:

  • Papier, Pappe und Kartonagen bestehen aus der wertvollen Ressource Holz. Für die Neuproduktion von -Produkten werden unter anderem Bäume gefällt, die damit als natürlicher CO2-Speicher wegfallen. Zudem kostetder Herstellungsprozess extrem viel Energie. So verursacht die Papierindustrie in Deutschland rund sieben Prozent aller industriellen Treibhausgasemissionen. Wird Papier nach Gebrauch korrekt entsorgt, kann es recycelt werden. Das verhindert nicht nur den Abbau von Holz als Primärrohstoff, sondern spart in der Produktion auch68 Prozent Energie, 15 Prozent der nicht energiebedingten CO2-Emissionen sowie 78 Prozent Wasser.

  • Kunststoffe sind Erdölprodukte, für die Erdöl unter hohem Energieaufwand gewonnen und verarbeitet werden muss. Die meisten Kunststoffe lassen sich recyceln, einige sogar mehrfach wie PET, Polypropylen und Polyethylen – sogenannte thermoplastische Kunststoffe. Das schont natürliche Erdölvorkommen und spart Energie für die Herstellung neuer Ware. Voraussetzung dafür ist allerdings die korrekte Entsorgung kunststoffhaltiger Produkte im gelben Sack bzw. in der oder gemäß Herstellerangaben. Werden Kunststoffe unsachgemäß beispielsweise in der schwarzen Tonne entsorgt, landen sie in der Abfallverbrennung und verursachen hier einen enormen Klimaschaden: Die Verbrennung dieser energiereichen Kohlenwasserstoffverbindungen setzt nämlich riesige Mengen CO2 frei (2,7 Tonnen CO2 pro eine Tonne Kunststoff).

  • Glas lässt sich zu hundert Prozent recyceln – und das unendlich oft. Zugleich ist der Energieaufwand (mit den zugehörigen Treibhausgasemissionen) beim Einschmelzen um 20 bis 30 Prozent geringer, da Altglas bereits bei niedrigeren Temperaturen schmilzt. Damit Altglas jedoch bestmöglich recycelt werden kann, ist eine farbliche Sortierung unabdingbar. Außerdem sollte auch u. a. Labor-, Fenster-, Kristall- oder Autoglas im Altglascontainer entsorgt werden, um ein effektives Altglasrecycling zu ermöglichen.

Mülltrennung schützt nicht nur das Klima 

Kunststoffverpackungen und Altglas sowie Verpackungen aus Papier, Pappe und Kartonagen sind die massenmäßig größten Abfallfraktionen, die außer Rest- und Biomüll in Haushalten anfallen. Darüber hinaus gibt es aber noch zahlreiche Wertstoffe, die wertvolle Rohstoffe enthalten und ebenfalls zwecks Recycling zwingend getrennt entsorgt werden müssen, wie etwa Metallabfälle (z. B. Töpfe und Pfannen), Elektroschrott oder Batterien. Dabei ist es vielleicht hilfreich, sich bewusst zu machen, dass der Fehlwurf in die Restmülltonne fast unmittelbar dem Klima schadet, da die unnötige Verbrennung dieser Abfälle häufig selbst zu erheblichen Treibhausgasemissionen führt (wie im Fall von Kunststoffen). Generell dient Ressourcenschutz durch Mülltrennung nicht nur dem Klimaschutz allein. Er ist auch eine notwendige Maßnahme gegen das Artensterben und den Verlust von Biodiversität auf unserem Planeten.

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