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Abfall 13. April 2026

Resiliente Kommunen auf der IFAT 2026

Kommunen stehen in diesem Jahr auf der IFAT Munich besonders im Fokus: Als zentrale Akteure der Transformation tragen sie wesentlich dazu bei, Kreislaufwirtschaft zu realisieren. Dazu gehört auch der Aufbau resilienter Strukturen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels oder zur Abwehr von Cyberangriffen. Beim „Tag der resilienten Kommunen“ erhalten sie zahlreiche Impulse und Praxisbeispiele. Perspektiven eröffnen auch neue Formen der Zusammenarbeit, wie sie am Stand des BDE diskutiert werden.

IFAT 2026: Kommunen im Mittelpunkt der Weltleitmesse

„Circularity is a must“ – mit diesem Leitthema setzt die diesjährige IFAT ein klares Zeichen: Alle Wege führen zur . Vom 4. bis 7. Mai 2026 präsentiert die Weltleitmesse für Umwelttechnologien erneut Innovationen für zirkuläres Wirtschaften und Ressourcenschonung. Mehr als 3.000 Ausstellerinnen und Aussteller aus über 60 Ländern treffen in München auf ein internationales Fachpublikum aus Wirtschaft, Industrie, Politik, Wissenschaft und Kommunalverwaltung.

Städte und Gemeinden stehen dabei besonders im Mittelpunkt. „Sie sind es, die Kreislaufwirtschaft in der Praxis umsetzen“, sagt Matthias Glötzner, Sprecher der IFAT Munich. Beim „Tag der resilienten Kommunen“ am 7. Mai erhalten kommunale Entscheiderinnen und Entscheider praxisnahe Impulse, um Material- und Stoffströme auf lokaler Ebene zu steuern und zu nutzen. In der großen Paneldiskussion zum Thema (10:30 Uhr, Blue Stage) sprechen die Deutsche Vereinigung für , und Abfall (DWA) sowie der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) mit kommunalen Spitzenverbänden und dem Bundesumweltministerium über die Folgen des Klimawandels, eine veränderte Sicherheitslage und die Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit von Kommunen.

Warum Resilienz jetzt auf der Agenda steht

Kommunale ist die ganz praktische Antwort auf aktuelle Krisen und den Transformationsdruck, unter dem unsere Gesellschaft steht. Resiliente Kommunen sind sich ihrer Schwachstellen bewusst und kennen geeignete Maßnahmen, um im Störfall negative Auswirkungen abzumildern. Gleichzeitig verfügen sie über die Flexibilität, sich schnell an neue Rahmenbedingungen anzupassen.

Was passiert, wenn Resilienz nicht gegeben ist, zeigen zahlreiche Krisenmomente der Vergangenheit: Die Flut im Ahrtal und in Rheinland-Pfalz 2021 verursachte massive Schäden und forderte viele Todesopfer; in Nordrhein-Westfalen waren 2023 mehr als 70 Kommunen von IT-Ausfällen betroffen; im vergangenen Mai wurde die digitale von 30 Städten und Landkreisen in Mitteldeutschland lahmgelegt; erst kürzlich schnitt ein in Berlin Teile der Stadt über mehrere Tage von der Stromversorgung ab (wir berichteten).

Mit dem geplanten KRITIS-Dachgesetz erarbeitet die Bundesregierung aktuell eine gesetzliche Regelung, welche die Abwehrfähigkeit und Resilienz kritischer Infrastrukturen stärken soll. Das ist auch für die Abfallwirtschaft interessant, denn eine Störung oder gar ein Ausfall von Entsorgungsleistungen kann erhebliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben haben. Welche Strategien kommunale Wertstoffhöfe vor diesem Hintergrund entwickeln können, wird am 7. Mai um 9 Uhr auf der BDE-Stage der IFAT erörtert.

Chancen, die Resilienz in Kommunen schaffen

Resilienz erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern schafft auch Möglichkeiten. So entsteht durch eine widerstandsfähige Wasserinfrastruktur neben auch mehr Handlungsspielraum für die Stadtentwicklung sowie ein effektiveres Regenwassermanagement. Welche Investitionsbedarfe für die Wasserwirtschaft hier aktuell bestehen, erörtert der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) am 5. Mai (15:30 Uhr, Blue Stage).

Mit dem Sondervermögen gibt es für Infrastrukturinvestitionen durchaus finanzielle Mittel. Wie wirksam diese aber tatsächlich für Kreislaufwirtschaft und Resilienz sind, beleuchtet eine Panel-Diskussion des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) am 7. Mai (15 Uhr, BDE Stage). Weitere Möglichkeiten zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen stellt die Landeshauptstadt München im Panel „Breaking down the Climate Finance Gap in European Cities“ am 6. Mai vor (9 Uhr, ICM Room 5).

Der Aufbau von Resilienz eröffnet Kommunen überdies neue Formen der Zusammenarbeit – denn im Alleingang sind die Transformationsaufgaben oft nicht zu schaffen. Im Rahmen eines Expertenpanels auf der BDE Stage wird das Thema am 5. Mai (13 Uhr) diskutiert: Inwiefern können Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP) ein geeigneter Lösungsansatz für strukturelle Herausforderungen in Städten und Gemeinden sein?


Hier geht’s zum vollständigen Programm der IFAT Munich 2026.

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Die Redaktion von Klimaschutz Kommune veröffentlicht Fachbeiträge, Analysen und Hintergrundartikel zur kommunalen Daseinsvorsorge, Kreislaufwirtschaft und Öffentlich-Privaten Partnerschaften.

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