Wenn es im Sommer heiß wird, häufen sich bei den kommunalen Entsorgungsbetrieben Beschwerden über intensive Gerüche aus der Biotonne sowie Maden und Fliegen, die sich am Tonnenrand oder unter dem Deckel sammeln. Oft reichen jedoch einfache Maßnahmen aus, um Abhilfe zu schaffen.
Warum stinkt die Biotonne – und was hilft dagegen?
Unangenehme Gerüche in der Biotonne entstehen weniger durch normale Verrottung als vielmehr durch Fäulnisprozesse bei Sauerstoffmangel. Feuchte Abfälle und Flüssigkeit verdichten den Inhalt der Tonne und verdrängen die Luft. Durch den entstehenden Sauerstoffmangel bilden sich übel riechende Gase. Wärme beschleunigt diesen Prozess zusätzlich. Deshalb helfen alle Maßnahmen, die Feuchtigkeit in der Biotonne reduzieren, auch gegen Fäulnisgeruch:
- Stellen Sie die Tonne möglichst schattig und windgeschützt auf.
- Lassen Sie Kaffeesatz, Filtertüten und Teeblätter gründlich abtropfen, bevor Sie diese in die Biotonne werfen.
- Wickeln Sie Küchenabfälle in unbeschichtetes, unbedrucktes (Küchen-)Papier – niemals in Plastiktüten entsorgen. Diese sind nicht biologisch abbaubar und müssen aufwendig in den Entsorgungsanlagen aussortiert werden. Seit Mai 2025 legt die Bioabfallverordnung (BioAbfV) strengere Kunststoffgrenzwerte für die Biotonne fest – stark verunreinigte Tonnen bleiben in manchen Kommunen sogar ungeleert stehen.
- Legen Sie den Tonnenboden mit Papier, Holzspänen oder trockenem Grünschnitt aus. Diese nehmen Flüssigkeit auf und binden Feuchtigkeit.
- Reinigen Sie die Tonne bei Bedarf mit heißem Wasser und lassen Sie sie vollständig trocknen, bevor neue Abfälle darin entsorgt werden.
Fliegenbefall in der Tonne: Hygiene- und Gesundheitsrisiko minimieren
Der Anblick einer befallenen Bio- oder Restmülltonne ist nicht nur unappetitlich. Fliegen, die ihre Eier auf Essensresten oder auch direkt in der Biotonne legen, setzen sich vorher auf Aas oder Tierkot und nehmen dort Bakterien und andere Keime auf, die so in die Biotonne gelangen. Dazu zählen beispielsweise Salmonellen, E.-coli-Bakterien und verschiedene Viren, die über eine Schmierinfektion auch auf den Menschen übertragen werden können. Ein Fliegen- oder Madenbefall ist dementsprechend nicht nur ärgerlich, sondern ein oft unterschätztes Hygiene- und Gesundheitsrisiko. Gründliches Händewaschen nach einem direkten Kontakt mit der Abfalltonne senkt dieses Risiko aber erheblich.
Maden in der Biotonne: Diese Maßnahmen nützen nichts
Bei starkem Maden- oder Fliegenbefall greift man oft zu Mitteln, die zwar schnell Abhilfe versprechen, deren Erfolg aber nur kurzfristig ist. Auf die folgenden „Hilfsmittel“ sollte man daher verzichten:
- Keine chemischen Reinigungsmittel, Duftsprays oder Insektizide: Rückstände dieser Stoffe gelangen über den Bioabfall und können die Verwertung beeinträchtigen.
- Kein Branntkalk oder Salz: Branntkalk reagiert mit der feuchten Umgebung der Tonne, was zu Verätzungen führen kann. Gleichzeitig zerstört er Mikroorganismen, die den Bioabfall zersetzen. Ähnliches gilt auch für Salz, das den unangenehmen Geruch auch nicht überdeckt.
Wie lässt sich einem Madenbefall vorbeugen?
Fliegeneier gelangen in vielen Fällen schon auf die Abfälle, bevor diese in der Tonne entsorgt werden: Fliegen legen ihre Eier bereits auf offen herumliegenden Küchenabfällen ab, beispielsweise beim Schälen von Obst und Gemüse während des Kochens, aber auch auf offen gelagertes Obst, welches bei steigenden Temperaturen schneller verdirbt. Bei Wärme schlüpfen dann nach nur wenigen Stunden Maden aus den Eiern.
So beugen Sie vor:
- Küchenabfälle in einem Gefäß mit Deckel sammeln und täglich leeren.
- Obst abgedeckt lagern und Verdorbenes schnellstmöglich entsorgen.
- Deckel stets geschlossen halten und beschädigte Tonnen beim Entsorgungsbetrieb melden.
- Den Rand und die Innenseiten der Biotonne mit verdünntem Lavendel- oder Zitrusöl einsprühen – diese Aromen mögen Fliegen nicht.
- Auch eine Mischung aus Essigessenz und Wasser zu je gleichen Teilen hilft dabei, Maden zu vertreiben und Gerüche zu verhindern.
Vom Abfall zum Rohstoff: Was steckt in der Biotonne?
Bioabfälle sind Rohstoffe, aus denen Kompost für den Gartenbau, die Landwirtschaft und kommunale Grünflächen werden kann. Bioabfälle dienen aber auch zur Herstellung von Biogas, aus dem Strom und Wärme gewonnen werden. Voraussetzung für diese Prozesse sind sauber getrennte Bioabfälle. Verunreinigungen, beispielsweise durch Plastiktüten, gefährden laut Umweltbundesamt (UBA) die landwirtschaftliche bzw. gärtnerische Nutzung des aus Bioabfällen erzeugten Komposts.