Tupungato@AdobeStock
Nordrhein-Westfalen

Herne, Stadt

Kommune des Monats: Februar 2026

Gerade in industriellen Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar: Hitze und Starkregen wirken sich in Städten wie Herne stärker aus als in ländlichen Regionen. Deshalb arbeitet die Stadt Herne mit modernen, nachhaltigen Konzepten daran, das Stadtklima zu verbessern und die Lebensqualität durch mehr Grün zu erhöhen.

Mit rund 155.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zählt Herne zwar zu den kleineren Großstädten der Region, doch mit der Cranger Kirmes richtet die Stadt jeden Sommer eines der größten Volksfeste Deutschlands aus, das Millionen Menschen anzieht. Damit nimmt Herne nicht nur kulturell eine wichtige Rolle im Ruhrgebiet ein. Im Stadtteil Röhlinghausen befindet sich zudem der offizielle geografische Mittelpunkt der Metropolregion Rhein-Ruhr, eingebettet zwischen Recklinghausen, Gelsenkirchen, Bochum und Castrop-Rauxel.

Klimaneutralität bis 2045: Das Klimakonzept von Herne

Der Stadtrat von Herne hat 2013 erstmals ein Klimaschutzkonzept verabschiedet und es 2019 erneuert – das Ziel Klimaneutralität bis 2045 wurde hierbei fest im Konzept verankert. Dabei legt die Stadt den Fokus besonders darauf, die Überhitzung verdichteter Stadtteile zu mildern und die Gefahr von Überflutungen bei Starkregenereignissen zu verringern. Alle fünf Jahre sollen die Maßnahmen evaluiert und entsprechend den aktuellen klimatischen Verhältnissen angepasst werden. Gerade mit Blick auf die Reduzierung der Hitzeinseln in der Stadt gibt es verschiedene Vorhaben: Dazu zählen schattenspendende Vegetation und Bauelemente an Gebäuden und Plätzen, die Etablierung von Wasser- und Grünflächen zur Kühlung mittels Verdunstung sowie die Entsiegelung von Innenhöfen, Mittelstreifen und anderen urbanen Flächen.

Herne nutzt hierbei zur Messung und Auswertung ein umfangreiches Sensornetz, dessen Datenmengen entsprechend aufbereitet und in Dashboards für Klimaschutz und Nachhaltigkeit bereitgestellt werden. Das Netzwerk basiert auf der LoRaWAN-Technologie (Long Range Wide Area Network). Diese ermöglicht die energieeffiziente Übermittlung von Daten über eine große Fläche. Die Dashboards vermitteln allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt anschaulich, welchen Stand Herne aktuell in Bezug auf Klimaneutralität oder Emissionsreduktion aufweist. Auch Prognosen und aktuelle Maßnahmen werden transparent dargestellt.

Stadtquartier wird mit Seilbahn verbunden

Ein wichtiges Entwicklungsprojekt der Stadt ist das Gelände des ehemaligen Bergwerks Blumenthal. Auf einer Fläche von mehr als 23 Hektar soll das Quartier „Blumenthal hoch3“ verschiedene Aspekte des städtischen Lebens miteinander verbinden. Wichtig hierbei ist ein hohes Maß an Bürgerbeteiligung, was Gestaltung und Nutzungsmöglichkeiten des Baugebiets betrifft: Arbeitsräume, Naturanlagen und Bereiche für die Freizeitgestaltung machen aus dem ehemaligen Zechengelände ein modernes, klimaresilientes Stadtviertel, das zudem mit einer Seilbahn an den Stadtverkehr Hernes angeschlossen werden soll.

Mit dem Ablauf der Widerspruchsfrist im Dezember 2025 ist der Weg frei für die städtische Seilbahn, die den bisherigen ÖPNV ergänzen soll. Zu diesem Zweck wurde die Herner Seilbahngesellschaft mbH (HSG) als Gemeinschaftsprojekt der Stadt Herne und des internationalen Mobilitätsunternehmens Transdev GmbH gegründet. Das Unternehmen hat bereits Ende 2025 eine Seilbahn in der französischen Hauptstadt Paris eingeweiht, die mehrere Pariser Vororte mit der Stadt verbindet und somit einen wertvollen Beitrag zur Verkehrsinfrastruktur leistet. Die Herner Strecke soll vom Hauptbahnhof Wanne-Eickel bis zum geplanten Quartier „Blumenthal hoch3“ verlaufen. Dadurch werden neue Stadtteile verkehrstechnisch erschlossen und Verkehrsknotenpunkte der Stadt auf einer Strecke von etwas mehr als zehn Kilometern in das Stationsnetz integriert.

Herne: Projektstadt für eine „BlueGreen City“

Das vom Umweltbundesamt und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit geförderte Forschungsprojekt „BlueGreen City Coaching“ unterstützt Städte und Gemeinden dabei, die Potenziale ihrer grünen und blauen Infrastruktur – also von Gewässern und Grünanlagen – zu identifizieren, zu verstehen und zu fördern. Herne ist eine von zehn Projektstädten, die hierfür ausgewählt wurden. Konkret soll in Herne mithilfe einer klimaangepassten Stadtentwicklung ein Umfeld geschaffen werden, das für die Bürgerinnen und Bürger lebenswert und zukunftsfähig ist. Laut einer Studie der Europäischen Umweltagentur zählen naturbasierte Lösungen (Nature-Based Solutions, NbS) zu den besten Möglichkeiten, um den Folgen des Klimawandels entgegenzutreten und nachhaltige Strukturen zu etablieren. Das Projekt begleitet kommunale Entscheidungsträger umfassend und vernetzt sie mit Akteuren anderer Teilnehmerstädte, um einen schnellen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.

Eine besonders effektive Maßnahme, um auf Extremwetterereignisse wie Starkregen zu reagieren, sind Entsiegelungsmaßnahmen und Schwammstadt-Konzepte. Auch Herne plant, in den nächsten Jahren weniger Flächen zu versiegeln und stattdessen Böden zu schaffen, die Wassermassen aufnehmen, speichern und verarbeiten können. Ein anschauliches Beispiel hierfür ist der 2023 in Zusammenarbeit mit der Initiative Zukunfts.Werk entstandene Klima-Parkplatz Herne. Innerhalb weniger Monate Bauzeit wurde er zu einem Vorzeigeprojekt in Bezug auf Klimaschutz. Die Bodenfläche wurde mit einem versickerungsfähigen Pflaster gedeckt, ist wasserdurchlässig und sorgt gemeinsam mit den 20 auf dem Parkplatzgelände integrierten Bäumen dafür, dass Niederschlag gespeichert wird. Die Kanalisation wird entlastet und die Bäume spenden im heißen Sommer Kühle und Schatten.

„Echt schön hier“: Herner Kampagne für mehr Stadtsauberkeit

Um die Stadtsauberkeit und das Umweltbewusstsein der Herner Bürgerinnen und Bürger zu stärken, hat die Stadt gemeinsam mit dem städtischen Entsorgungsunternehmen eine farbenfrohe Bildkampagne entwickelt. Mit comicartigen Plakaten wird die Bedeutung einer verantwortungsvollen Abfallentsorgung anschaulich vermittelt. Die Kampagne greift ausgewählte Orte und Plätze der Stadt auf, an denen Begegnung und Miteinander im Mittelpunkt stehen, und rückt zugleich Sauberkeit, Müllvermeidung und Umweltschutz in den Fokus.

Mehr lesen
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Einwohner 156.374 m: 76.649, w: 79.725
Größe 51.42 km² 3041 Einwohner je km²
Merkmale Großstädte und Hochschulstandorte mit heterogener sozioökonomischer Dynamik

Karte Herne und ähnliche Kommunen

Kommunenliste

Teilen Sie Ihre
Erfahrungen mit uns!

Auf unserem gemeinsamen Weg zu einer umweltfreundlichen Zukunft spielen Kommunen eine entscheidende Rolle. Ihre Bemühungen und Fortschritte im Umwelt- und Klimaschutz sind inspirierend und verdienen es, geteilt und gewürdigt zu werden.

Wir laden Sie herzlich dazu ein, Ihre Strategien, Partnerschaften und Projekte für eine nachhaltige Entwicklung hier auf Klimaschutz Kommune vorzustellen. Indem Sie Ihre Erfahrungen teilen, geben Sie anderen Kommunen die Möglichkeit, von Ihren Erfolgen und Herausforderungen zu lernen.

Nutzen Sie hierfür unser Online-Formular oder kontaktieren Sie uns telefonisch unter 0341 355 7 2927. Unsere Redaktion wird die von Ihnen bereitgestellten Informationen nutzen, um eine Profilseite für Ihre Kommune zu erstellen. Schreiben Sie uns noch heute!