Entsorgungsprobleme im Winter dieter76@AdobeStock
Abfall 13. Januar 2026

Winterliche Entsorgungsprobleme und ihre Lösungen

Der Winter bringt nicht nur kalte Temperaturen, sondern auch besondere Herausforderungen für die kommunale Abfallentsorgung: zugefrorene Biotonnen, ausgediente Weihnachtsbäume und eingeschränkte Müllabfuhr durch Schnee und Eis. Viele Städte setzen inzwischen auf neue Maßnahmen, um trotz winterlicher Bedingungen eine verlässliche Abfallentsorgung sicherzustellen.


Wenn starker Schneefall im Winter die Gehwege unpassierbar macht und Glätte sowie Eis die Fortbewegung erschweren, ist es auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Abfallunternehmen schwierig, ihre Arbeit auszuführen. Hier kann jedoch leicht Abhilfe geschaffen werden: Gehwege und Zufahrten sollten zeitnah umfangreich geräumt werden, damit die Müllwerker problemlos an die Tonnen gelangen. Gerade bei Mehrfamilienhäusern, deren Abfälle in Großcontainern gesammelt werden, ist es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unmöglich, die Container kurzfristig von Schnee zu befreien.

Tipps und Tricks für die Biotonne bei Minusgraden

Bioabfälle machen einen wesentlichen Teil des kommunalen Abfallaufkommens aus. Nach Angaben des Umweltbundesamtes fallen in Deutschland jährlich rund 10 Millionen Tonnen Bioabfälle aus Haushalten und öffentlichen Einrichtungen an. Besonders feuchte Küchenabfälle wie Speisereste, Kaffeesatz oder Teebeutel tragen im Winter dazu bei, dass bei anhaltenden Minusgraden die Bioabfälle in der Tonne anfrieren. Gefrorene Abfälle lassen sich oftmals nicht vollständig durch den Leervorgang entfernen, sodass sie – sollten die Temperaturen nicht steigen – auch über einen längeren Zeitraum in den Tonnen verbleiben.

Um das Anfrieren zu verringern, empfehlen viele kommunale Entsorgungsbetriebe, die mit Papier oder Karton auszulegen oder feuchte Abfälle vor dem Einwurf abtropfen zu lassen. Sollte der Inhalt dennoch festfrieren, kann er in der Regel vorsichtig mithilfe einer Schaufel gelöst werden. Auch der Deckel der Biotonne kann bei Frost zufrieren. In der Praxis empfiehlt es sich, ihn einen kleinen Spalt offen zu halten. Oftmals reicht hierfür bereits ein eingeklemmter Ast oder Zweig. Der Standort der Tonne spielt ebenfalls eine Rolle: Tonnen im Schatten oder auf gefrorenem Untergrund sind besonders frostanfällig. Die regulären Leerungsintervalle bleiben im Winter grundsätzlich bestehen, können bei extremen Wetterlagen jedoch abweichen.

Eingeschränkte Erreichbarkeit durch Schnee und Glätte

Der Winter beeinflusst nicht nur den Straßenverkehr innerhalb und außerhalb der Gemeinde, sondern auch den dortigen Einsatz der Müllabfuhr: Besonders schmale Nebenstraßen, Sackgassen oder Straßen mit starkem Gefälle werden bei Glätte und Schnee mitunter zu einem Risiko und können bei winterlichen Bedingungen nur eingeschränkt oder gar nicht befahren werden. Müllfahrzeuge unterliegen strengen Sicherheitsvorgaben, weshalb hier besonders darauf geachtet wird, ob die jeweiligen Straßen befahrbar sind. Es kann vorkommen, dass einzelne Straßen nicht angefahren werden und Abfallbehälter ungeleert bleiben. Viele Kommunen weisen darauf hin, dass Abfallbehälter in solchen Fällen – sofern örtlich zulässig – an besser erreichbare Straßenabschnitte gebracht werden können. Wenn Frost und Schnee die Abfallbetriebe zu Änderungen des gewohnten Betriebs zwingen, stellen Kommunen in der Regel aktuelle Hinweise und Informationen über Abfallkalender, Internetseiten oder lokale Medien bereit.

Wohin mit den Weihnachtsbäumen nach den Feiertagen?

Ein wiederkehrendes Thema im Winter ist die Entsorgung von Weihnachtsbäumen. In Deutschland werden jedes Jahr schätzungsweise 25 bis 30 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Nach den Feiertagen fallen diese innerhalb kurzer Zeit zur Entsorgung an. Weihnachtsbäume dürfen weder im Wald noch in der freien Landschaft abgelegt werden. Dabei handelt es sich um eine unerlaubte Abfallentsorgung, die mit Bußgeldern geahndet werden kann. Unter anderem können Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder eingeschleppte Schädlinge ökologische Schäden verursachen.

Die ordnungsgemäße Entsorgung erfolgt in der Regel über kommunale Sammelstellen, Abholaktionen oder Wertstoffhöfe. Viele Städte und Gemeinden bieten zeitlich begrenzte Sammelaktionen an, häufig bis Ende Januar. Die eingesammelten Bäume werden je nach Kommune kompostiert oder energetisch verwertet. Voraussetzung ist, dass sie vollständig von Schmuck, Lametta und anderen Fremdstoffen befreit sind.

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