Wasserkraft gilt als die älteste erneuerbare Energiequelle und wird bis heute zur Stromerzeugung genutzt. In Deutschland speisen rund 7.300 Wasserkraftanlagen Strom ins Netz ein und decken damit etwa 4,2 Prozent der gesamten Bruttostromerzeugung. Zwar liefert Wasserkraft weniger Energie als Wind- und Solaranlagen, ihre wetterunabhängige Produktion hilft jedoch, das Stromnetz stabil zu halten.
Wie Wasserkraftwerke Strom erzeugen
Wasserkraft nutzt eine einfache physikalische Idee: Bewegtes Wasser besitzt Energie. In einem Wasserkraftwerk wird diese Energie genutzt, indem Wasser aus einem Fluss oder Stausee auf eine Turbine strömt und sie in Bewegung setzt. Die Drehbewegung der Turbine wird an einen Generator weitergegeben, der daraus wiederum elektrische Energie erzeugt. Wie viel Strom dabei entsteht, hängt von der Wassermenge und dem Höhenunterschied, den das Wasser überwinden kann, ab. Nachdem das Wasser die Turbine angetrieben hat, fließt es wieder zurück in den Fluss.
Wo Wasserkraftwerke in Deutschland genutzt werden
In Deutschland wird Wasserkraft vor allem an Flüssen und Wehren genutzt. Besonders verbreitet sind sogenannte Laufwasserkraftwerke. Sie nutzen die natürliche Strömung eines Flusses zur Stromerzeugung. Da sie ohne große Speicher auskommen, liefern sie durchgängig Energie und eignen sich besonders für Gewässer mit gleichmäßigem Wasserfluss. Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke arbeiten dagegen mit gestautem Wasser. In diesen Anlagen wird Wasser in einem Speichersee gesammelt und bei Bedarf zur Energieerzeugung durch Turbinen geleitet. Wenn viel Strom im Netz verfügbar ist, können Pumpspeicherkraftwerke Wasser wieder in ein höher gelegenes Speicherbecken pumpen.
Warum Wasserkraft für die kommunale Energiewende wichtig ist
Für Städte und Gemeinden hat Wasserkraft mehrere Vorteile. Sie erzeugt Strom ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe und verursacht im Betrieb nur sehr geringe CO2-Emissionen. Gleichzeitig ist die Stromproduktion gut planbar: Während Wind- und Solarenergie stark wetterabhängig sind, liefern Wasserkraftanlagen relativ gleichmäßig Energie und gleichen damit Schwankungen im Energienetz aus.
Modernisierung bestehender Wasserkraftanlagen
Viele Wasserkraftwerke in Deutschland sind seit Jahrzehnten in Betrieb; oft wurden sie an Wehren oder früheren Mühlen gebaut. Da die nutzbaren Standorte heute weitgehend erschlossen sind, wird die Wasserkraft jedoch nur noch begrenzt ausgebaut. Ende 2024 lag die installierte Leistung bei rund 5.550 Megawatt und hat sich seitdem kaum verändert.
Zukünftige Entwicklungen konzentrieren sich deshalb darauf, diese Anlagen zu modernisieren. Experten gehen davon aus, dass sich dadurch noch etwa 1,3 bis 1,4 Terrawattstunden zusätzlich erschließen lassen. Darüber hinaus werden auch neue Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Aufgrund der relativ konstanten Temperatur von Flusswasser kann beispielsweise Wärme aus dem Wasser gewonnen werden, die über Wärmepumpen für Fernwärmenetze oder Gebäudeheizungen genutzt wird. Diese Technik wird bereits in mehreren Städten eingesetzt und versorgt dort Tausende Haushalte mit Wärme.
Umweltfreundliche Wasserkraft für die Zukunft
Gleichzeitig werden viele Kraftwerke so umgebaut, dass sie aktuellen Umweltstandards, beispielsweise beim Gewässerschutz, noch besser entsprechen. So bleibt Wasserkraft auch in Zukunft ein zuverlässiger und zudem lokal erzeugter Bestandteil der Energieversorgung. Für Kommunen bedeutet sie vor allem eine stabile und klimafreundliche Ergänzung zu anderen erneuerbaren Energien.