Rekommunalisierung
Rekommunalisierung bezeichnet den Prozess, bei dem eine zuvor (teil-)privatisierte Aufgabe innerhalb der Daseinsvorsorge wieder in kommunale Hand zurückgeführt wird. Die Kommune übernimmt die vorher ausgelagerte Aufgabe wieder selbst oder gründet ein eigenes Unternehmen, das die Leistung erbringt. Das kann Bereiche wie Energieversorgung, Wasser, Abfallentsorgung oder öffentlichen Personennahverkehr betreffen. Zu den häufigsten Gründen für eine Rekommunalisierung gehört unter anderem der Wunsch, finanzielle Überschüsse vollständig in der Kommune zu halten. Auch steuerliche und organisatorische Rahmenbedingungen können je nach Ausgestaltung der Aufgabenerfüllung Kostenvorteile für kommunale Organisationsformen gegenüber privatisierten Lösungen mit sich bringen.
KOWID-Tagung erörtert nachhaltige Infrastrukturentwicklung
Am 20. Mai 2026 lud das Kompetenzzentrum für öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge (KOWID) zur Tagung nach Leipzig ein. Bei der Veranstaltung ging es vor allem um die Finanzierung und Förderung einer nachhaltigen Infrastruktur. Wie hoch der Bedarf an finanziellen Mitteln ist, verdeutlichen Zahlen der gastgebenden Sächsischen Aufbaubank (SAB): Sie bewilligte 2025 Fördermittel in Höhe von 2,6 Milliarden Euro für Infrastruktur, Wirtschaft und soziale Projekte in Sachsen. Doch der Bedarf liegt höher. Allein für die Energieversorgung werden bundesweit 500 Milliarden Euro benötigt – hier braucht es zunehmend auch privates Kapital.